Buchtipps - Belletristik

„Geschichte ist Geschichtenerzählen“ lässt Yaa Gyasi eine ihrer Figuren sagen. Und genau das tut Gyasi in ihrem Roman und spannt dabei einen zeitlichen Bogen über 200 Jahre. Da sind im 18. Jahrhundert an der ghanaischen Küste die zwei Halbschwestern Effia und Esi, die ohne Wissen voneinander aufwachsen. Sie haben zwar dieselbe Mutter, aber ganz...
Mit dem Roman Löwen wecken hat mich die Autorin vor zwei Jahren wirklich sehr beeindruckt. Auch in ihrem neuen Buch Lügnerin geht es wieder um moralische Entscheidungen und wie eine einzige falsche Aussage das Leben total verändern kann. Da ist ein 17-jähriges Mädchen in Israel, das neben der Schule in einer Eisdiele arbeitet. Sie hält sich...
Ein wundervoller historischer Roman ist Daniel Kehlmann da gelungen! Den berühmten Spaßmacher, bei dessen Späßen das Lachen oft im Hals stecken bleibt, in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges zu verpflanzen, stellt sich als ein gelungener Schachzug heraus. In einer Zeit voller Gewalt, Grausamkeit, Hunger und Elend wird auch aus dem Narren Tyll...
Der Autor, „der in Wirklichkeit ganz anders heißt“, beschreibt in seinem Roman das Leben seines Alter Ego Paul in der autonomen Szene Westberlins zwischen 1980 und 1995. Paul ist in Berlin geboren und stößt als Schüler zur Hausbesetzerbewegung. Nach deren Zerfall beteiligt er sich an den weiteren Aktionen, Kampagnen und Debatten der Autonomen. So...
In drei große, miteinander verknüpfte Erzählstränge hat die norwegische Autorin Maja Lunde ihren Erfolgsroman Die Geschichte der Bienen gegliedert. Im China des Jahres 2098 bestäubt die Arbeiterin Tao von Hand Blüten, denn die Bienen sind längst ausgestorben. Nicht nur in China hat die menschliche Zivilisation große Rückschritte erlitten und...
Der angenehme Grusel eines Chabrol-Films stellt sich ein, wenn Lemaitre die französische Provinz beschreibt. Was da unter der Oberfläche so gurgelt und strudelt, Menschen aneinander gekettet, das beschreibt er in seinem dem Prix Goncourt nachfolgenden Roman Drei Tage und ein Leben. Und er tut dies mit kriminellem Spannungsbogen, ein Kind...
Als Fünfjährige floh Emilia Smechowski im Sommer 1988 mit ihren Eltern von Wejherowo nach Westberlin, aus einem Dorf in Westpreußen in eine eingemauerte Stadt. Die Familie hat den „polnischen Abgang“ gemacht, sie floh still und heimlich, in einem Polski Fiat, der gepackt war mit Badeanzügen, Schlafsäcken und Zelt — für einen vermeintlichen Rimini-...
Der gefährlichste Ort der Welt – für eine Gruppe von Jugendlichen ist dies ausgerechnet Mill Valley, ein paradiesisch anmutendes Städtchen oberhalb der Bucht von San Francisco. Die meisten Einwohner haben es zu Wohlstand gebracht, die Jugendlichen der örtlichen Highschool führen ein Leben ohne materielle Sorgen und Zukunftsängste. Doch der...
Uwe Timms Novelle Die Entdeckung der Currywurst zählt für mich zu den schönsten und sympathischsten deutschsprachigen Romanen. Deshalb hat es mich besonders gefreut, dass es bei seinem neuesten Werk gewisse Ähnlichkeiten zur Currywurst gibt. Wieder geht es um die letzten Kriegstage und die erste Zeit nach Kriegsende, wieder wird der Held...
Dieser autobiografische Roman ist kein trauriges Buch, denn das ‘Ende von Eddy’ ist ja die Geburt von Edouard, dem Jungen, der die nordfranzösische Provinz hinter sich lässt und dem die Flucht ins neue, bessere Leben gelingt. Dies ist doch auch ein sehr trauriges Buch, denn es beschreibt, für einen Großteil der Leser sicher unbekannt elende,...

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