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ISBN/EAN: 978-3-8321-6717-2
Einband: kartoniertes Buch
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Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
336 S., mit einem Farbschnitt in der ersten Auflag
Format (T/L/B):
2.2 x 19.1 x 12.5 cm

Hersteller:
DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG
herstellung@dumont.de
Amsterdamer Straße 192
DE 50735 Köln


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Unser Tipp für Sie

Als die Großmutter — oder Großmeer — an Demenz erkrankt, beschließt die non-binäre Hauptfigur des Romans die eigene Kindheit Revue passieren zu lassen und kramt in alten Erinnerungen — nur um festzustellen, dass wenig Erinnerungen an diese existieren. Was noch da ist, sind vor allem Fragmente der gemeinsamen Zeit mit der Großmeer, welche der Leser*in im ersten Teil des Romans in kurzen Abschnitten nahegebracht werden. Doch genauso wie sich die Struktur des Lebens für die Hauptfigur seit der Kindheit verändert hat, durch den Prozess der Befreiung aus Normen der Gesellschaft und Familie, das Erleben der eigenen Sexualität, die Anerkennung der eigenen Person, so verändert sich auch die Struktur des Romans. Im weiteren Verlauf der Geschichte schreibt die Erzählinstanz vom Leben in Zürich, wo sie als erwachsene Person wohnt. Die Kindheit im kleinen Dorf in der Schweiz hinter sich lassend, forscht die nonbinäre Hauptfigur nach der eigenen weiblichen Blutslinie und deren Traumata, und stemmt sich gegen die Kultur des Schweigens von Großmeer und Meer.
So wie der Roman die eigene Körperlichkeit stets neu definiert und zwischen verschiedenen Textarten und Erzählebenen changiert, so thematisiert auch die Hauptfigur wiederkehrend die Frage der Körperlichkeit und der Identität. Facettenreich werden die vielen Gedanken und Erfahrungen der Figur in kraftvoller Sprache freigelegt — einer sehr poetischen, authentischen, manchmal fast schon derben Sprache.
Über zehn Jahre schrieb de L’Horizon an diesem Debütroman, in dem Realität und Fiktion zusammenfließen. Dieses Spannungsverhältnis, die Analogie zwischen Layout des Textkörpers und Textinhalt, oder auch der Wechsel zwischen metaphorisch aufgeladener und ungeschönter, von Slang geprägter Sprache, sind nur ein kleiner Teil der Aspekte, die dem Roman seine besondere Kraft verleihen. Nicht zuletzt wurde dieser auch (wohlverdient (!)) mit dem Deutschen Buchpreis 2022 ausgezeichnet. (M. Preiß)

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Beschreibung

Nur die erste Auflage hat einen dunkelblauen Farbschnitt. Bestellen Sie jetzt und sichern Sie sich Ihr Exemplar! Die Erzählfigur in Blutbuch identifiziert sich weder als Mann noch als Frau. Aufgewachsen in einem Schweizer Vorort, lebt sie nun in Zürich, ist den engen Strukturen der Herkunft entkommen und fühlt sich im nonbinären Körper und in der eigenen Sexualität wohl. Doch dann erkrankt die Großmutter an Demenz, und das Ich beginnt, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen: Warum sind da nur bruchstückhafte Erinnerungen an die eigene Kindheit? Wieso vermag sich die Großmutter kaum von ihrer früh verstorbenen Schwester abzugrenzen? Und was geschah mit der Großtante, die als junge Frau verschwand? Die Erzählfigur stemmt sich gegen die Schweigekultur der Mütter und forscht nach der nicht tradierten weiblichen Blutslinie. Dieser Roman ist ein stilistisch und formal einzigartiger Befreiungsakt von den Dingen, die wir ungefragt weitertragen: Geschlechter, Traumata, Klassenzugehörigkeiten. Kim de lHorizon macht sich auf die Suche nach anderen Arten von Wissen und Überlieferung, Erzählen und Ichwerdung, unterspült dabei die linearen Formen der Familienerzählung und nähert sich einer flüssigen und strömenden Art des Schreibens, die nicht festlegt, sondern öffnet.

Über Kim de l'Horizon

KIM DE L'HORIZON, geboren 2666 auf Gethen. Vor >Blutbuch versuchte Kim mit Nachwuchspreisen attention zu erringen - u. a. mit dem Textstreich-Wettbewerb für ungeschriebene Lyrik und dem Damenprozessor. Heute hat Kim genug vom 'ICH', studiert Hexerei bei Starhawk und textet kollektiv im Magazin DELIRIUM. >Blutbuch wurde 2022 mit dem Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung sowie dem Deutschen Buchpreis und dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet. Der Roman wird in 16 Sprachen übersetzt.

Schlagzeile

Ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis 2022 und dem Schweizer Buchpreis 2022
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