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ISBN/EAN: 978-3-406-73963-7
Einband: gebundenes Buch
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Illustrator:
Erasmus Scheuer
Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
319 S.
Format (T/L/B):
2.9 x 20.8 x 13 cm

Hersteller:
Verlag C.H.Beck GmbH & Co. KG
produktsicherheit@beck.de
Wilhelmstraße 9
DE 80801 München


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Unser Tipp für Sie

Ich habe noch nie auf den Gewinner des Deutschen Buchpreises gewettet - ist ja auch albern - aber gerade 10 Euro verloren, weil Norbert Scheuer es nicht geworden ist.
Ich glaube kaum, dass gerade was zu lesen ist, das so vielfältig und wissensreich ist, dabei so präzise beschreibt, was Gesellschaft bewegt und ebenso geografische, historische, wie Abhandlung über die Natur zu sein versucht; da kann die Besprechung nur scheitern.
Norbert Scheuer schreibt sein Leben lang Romane, die in der Eifel spielen, wo er auch lebt, und hat diesen kargen verregneten Landstrich so zum literarischen Ort erhoben. Wir lesen im Tagebuch der Jahre 1944/45 des ehemaligen Lehrers Egidius Arimond, der, seines Berufes enthoben, seinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf/Tausch von Honig und Bienenwachs bestreitet.
Seine Epilepsie zwingt ihn zum Leben im Verborgenen, bedroht von der NS-Ideologie des „Lebensunwerten“ und er riskiert es darüber hinaus als Fluchthelfer, indem er Verfolgten des Naziregimes den Weg über die belgische Grenze ermöglicht; in seinen Bienenkörben versteckt, eine Königin anheftet und verborgen unter den folgsam sich auf ihnen niederlassenden Bienen - und das ist nur eine der vielen unglaublichen Geschichten, von denen man in diesem Roman erfährt.
Arimond ist als vom Kriegsdienst Befreiter den Feindseligkeiten der Dorfgemeinschaft ebenso ausgesetzt wie vom Wohlwollen des Apothekers, der ihn mit Medikamenten widerwillig versorgt, abhängig, und forscht als Einzelgänger und in doppelter Bedeutung Grenzgänger über die Herkunft und Kultivierung der Bienenzucht. Einen Heldenstatus verweigert ihm der Autor dabei ganz bewusst.
Der Roman, (das Tagebuch des Protagonisten), zeitgeschichtlich situiert, kontrastiert die Bienenvölker mit den herannahenden britischen und amerikanischen Bombern (ältere Musikfreunde könnten sich „Nightingales and Bombers“ von ´Manfred Mans Earth Band´ als Soundtrack in Erinnerung rufen), ist ein Bericht des Überlebens, sachlich und nüchtern notiert, und deshalb umso berührender.
Scheuer erzählt eine Eifeler als deutsche Geschichte, und dass ihm dabei der Bienenbücherboom (tatsächlich kann man nach der Lektüre auch an jedem Bienenstammtisch mitreden) zugute kommt, sei sehr zu hoffen. (F. Peters)

 

Beschreibung

Januar 1944: Während über der Eifel britische und amerikanische Bomber kreisen, gerät der wegen seiner Epilepsie nicht wehrtaugliche Egidius Arimond in höchste Gefahr. Er bringt nicht nur als Fluchthelfer jüdische Flüchtlinge in präparierten Bienenstöcken über die Grenze, er verstrickt sich auch in Frauengeschichten. Mit großer Intensität erzählt Norbert Scheuer in "Winterbienen" einfühlsam, präzise und spannend von einer Welt, die geprägt ist von Zerstörung und dem Wunsch nach einer friedlichen Zukunft.

Über Norbert Scheuer

Norbert Scheuer, geboren 1951, lebt als freier Schriftsteller in der Eifel. Er erhielt zahlreiche Literaturpreise und veröffentlichte zuletzt die Romane "Die Sprache der Vögel" (2015), der für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert war, und "Am Grund des Universums" (2017). Sein Roman "Überm Rauschen" (2009) stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und war 2010 "Buch für die Stadt Köln".
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