Unser Tipp für Sie
In einem heruntergekommenen Hochhaus in einem sozial abgehängten Viertel von Edinburgh lebt der siebzehnjährige Tyler mit seiner alkohol- und drogensüchtigen Mutter und seiner kleinen Schwester Bean. Auf ihm lastet es, den Alltag meistern zu müssen und es für Bean nicht allzu spürbar werden zu lassen, in welch ärmlichen und aussichtslosen Verhältnissen sie leben müssen. In einer Nachbarwohnung hausen sein aggressiver Stiefbruder Barry, zusammen mit dessen Schwester Kelly und zwei bösartigen Hunden. Zusammen steigen die drei in fremde Häuser ein, finanzieren sich durch Einbrüche. Tyler ist seinem psychopathischen und brutalen Bruder ausgeliefert, muss ihm gehorchen. Andernfalls würde dessen Zorn und seine Gewalttätigkeit – die Tyler oft zu spüren bekommt – auch nicht vor der kleinen Schwester halt machen.
Ihre Objekte für die Einbrüche suchen sich die drei spontan aus, beim Herumfahren durch die wohlhabenden Viertel Edinburghs. Bei einem Bruch werden sie von der Hausbesitzerin überrascht. Barry sticht sie nieder und sie lassen sie schwerverletzt zurück. Tyler ruft später heimlich den Notarzt. Das rettet das Leben der Frau, die, wie sich später rausstellt, die Frau des Bandenchefs Deke Holt ist. Der schwört bittere Rache. Die Polizei und der Gangsterboss kommen der Dreierbande auf die Spur und Tyler erscheint als die Schwachstelle: die Polizei will, dass er seinen Halbruder verrät, dieser fordert brutal seine Loyalität ein und der Gangsterboss setzt ihn unter Druck. Zusätzlich verkompliziert sich sein Leben, da er sich in ein Mädchen vom reichen Ende der Gesellschaft verliebt hat. Eine hoffnungslose, ausweglose Situation.
Mein Fazit: dies ist ein packender Krimi, mit tollen Charakteren, die mich emotional stark mitgenommen haben. Unbedingt lesenswert. (A. Mantwill)
Beschreibung
In einem heruntergekommenen Hochhaus lebt der siebzehnjährige Tyler mit seiner alkohol- und drogensüchtigen Mutter. Von seinem aggressiven und psychopathischen Stiefbruder Barry gezwungen die Häuser reicher Leute in Edinburgh auszurauben, versucht er, seine kleine Schwester Bean zu schützen. Bei einem Job ersticht sein Stiefbruder eine Hausbesitzerin und lässt sie sterbend zurück. Am nächsten Tag erfährt Tyler, dass es sich bei ihr um Monica Holt handelt, der Frau von Deke Holt, dem Oberhaupt einer Gang. Während die Polizei und die Holts Tyler und seiner Familie näher rücken, lernt er das Mädchen Flick aus vermögendem Haus kennen, die unter der Vernachlässigung ihrer Eltern leidet. In einer Welt voller Ausbrüche von Gewalt und Missbrauch bewahrt Tyler sich ein ausgeprägtes Gefühl für Menschlichkeit, das ihm fast zum Verhängnis wird. Der Bruch ist ein spannungsgeladener Psychothriller, geschrieben von einem der besten Krimiautoren Schottlands.
Über Doug Johnstone
Doug Johnstone stand 2019 auf der Short List für den McIlvanney-Preis, nominiert für den besten schottischen Kriminalroman des Jahres. Als Journalist, Songwriter und Atomphysiker lebt er mit seiner Familie in Edinburgh. Zuletzt erschien Dark Matter von ihm.
Leseprobe
Tyler redete weiter, dachte sich Sachen aus, wie es ihm in den Kopf kam, verlieh Bean Girl ungeheure Kräfte, ließ sie über das Böse triumphieren. Die Wahrheit über ihre Geburt war weniger beeindruckend. Angelas Fruchtblase war geplatzt, als sie mit Heroin und Wodka zugedröhnt flachlag. Barry und Kelly waren nicht da gewesen und gingen auch nicht an ihre Handys, also hatte der zehnjährige Tyler versuchen müssen, Angela wieder einigermaßen nüchtern zu bekommen, bevor er sich auf den Weg zum Krankenhaus machte, damit sie ihr das Baby nicht gleich wegnahmen, wenn es kam. Er rief einen Rettungswagen, aber es hatte in der Gegend eine Serie von Überfällen gegeben, weswegen man sich weigerte rauszukommen. Geld für ein Taxi war nicht da, also marschierten sie über die Felder, ziemlich langsam wegen der Dunkelheit, und meldeten sich ohne Papiere in der Entbindungsstation. Zwei Stunden später wurde Bethany geboren, viereinhalb Pfund schwer, sechs Wochen zu früh, zweifellos wegen Alkohol und Drogen. Tyler war der Erste, der sie auf dem Arm hielt, seine Mutter völlig weggetreten im Tiefschlaf. Sowohl er als auch Bean waren klein für ihr Alter, etwas, das sie gemeinsam hatten. Eine Verbundenheit, stärker als alles, was sie für Angela empfanden.