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Theresia Enzensberger: Auf See

Yada wächst auf einer schwimmenden Stadt in der Ostsee auf. Die Stadt wurde als sich selbstversorgende Rettungsstation entworfen, um die Bewohner*innen vor dem Chaos auf dem Festland zu bewahren. Yadas Vater ist Bürgermeister und Mitbegründer der Seestadt, welche seit den Jahren ihrer Entstehung heruntergekommen und von Algen und Moos bewachsen ist. Es herrschen strenge Regeln für Yada, die nach einem von ihrem Vater festgelegten Rhythmus lebt. Als dieser sich auf eine Reise begibt, beginnt sie im Geheimen nachzuforschen und entdeckt, dass sie ihr Leben lang nur die Fassade der Seestadt kennen lernen sollte.
Die zweite Protagonistin ist Helena, eine Künstlerin auf dem Festland, die durch politische Installationen und die “experimentelle” Gründung einer abstrusen Sekte zu Ansehen gekommen ist.
Stück für Stück eröffnet sich den Lesenden ihre Lebensgeschichte und wie diese mit Yada und ihrem Vater verwoben ist. Neben der fiktiven Geschichte der Seestadt versammelt Enzensberger in essayistischen Zwischenkapiteln unter dem Titel Archiv reale, historische Utopien. Der sachliche Ton des Romans überführt die Ideologien der Figuren, ohne von den tatsächlichen emotionalen Auswirkungen auf die Gesellschaft zu sprechen. Yada wie auch Helena sind faszinierend in ihrem Streben nach Freiheit und Gemeinschaft. Auf See ist ein skurriler, spannender und humorvoller Roman, der gleichsam unterhält und zum Nachdenken über die eigenen Zukunftsvorstellungen anregt. (V. Panter)

Roman
Einband: gebundenes Buch
EAN: 9783446273979
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Kategorie: Belletristik