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Buchtipps

Yada wächst auf einer schwimmenden Stadt in der Ostsee auf. Die Stadt wurde als sich selbstversorgende Rettungsstation entworfen, um die Bewohner*innen vor dem Chaos auf dem Festland zu bewahren. Yadas Vater ist Bürgermeister und Mitbegründer der Seestadt, welche seit den Jahren ihrer Entstehung heruntergekommen und von Algen und Moos bewachsen ist. Es herrschen strenge Regeln für Yada, die nach einem von ihrem Vater festgelegten Rhythmus lebt.

Als die Großmutter — oder Großmeer — an Demenz erkrankt, beschließt die non-binäre Hauptfigur des Romans die eigene Kindheit Revue passieren zu lassen und kramt in alten Erinnerungen — nur um festzustellen, dass wenig Erinnerungen an diese existieren. Was noch da ist, sind vor allem Fragmente der gemeinsamen Zeit mit der Großmeer, welche der Leser*in im ersten Teil des Romans in kurzen Abschnitten nahegebracht werden.

Ab und zu bedanken sich freundliche Verlage beim Buchhandel, weil da seltsame Dinge vor sich gehen. Bücher von gänzlich unbekannten Autor*nnen werden plötzlich verkauft wie geschnitten Brot und keiner weiß so genau warum, außer eben den Buchhändler*nnen und Leser*nnen vor Ort. So der Göttinger Steidl Verlag, bekannt durch die liebevoll-sorgfältige Produktion von Kunst- und Fotobüchern, jedoch zunehmend und erfolgreich im literarischen Betrieb engagiert. Es ging um das Erstlingswerk von Annika Büsing, Lehrerin in Bochum, das im Frühjahr 2022 das Licht der Welt erblickte.

In ihrem zweiten, sehr stillen, poetischen Roman erzählt Jessica Au von einer Mutter-Tochter Reise durch Japan. Die Mutter, einst nach Australien ausgewandert, um dann, als ihre beiden Töchter erwachsen waren wieder zurück nach China zu ziehen, reist aus Hongkong an; die Tochter aus Melbourne. Letztere hat alles akribisch genau geplant und ein volles Programm erstellt: sie besuchen Museen und Galerien, besichtigen Tempelgärten, dazwischen kehren sie in Garküchen und Restaurants ein.

Als Mediensatire fängt alles an, lustig verkokst, wie es eben in Wirklichkeit so zugeht in den Newsrooms von Berliner und Saarbrücker Tageszeitungen. Ein übereifriger Praktikant wittert die Chance, im medialen Haifischbecken Karriere zu machen und wird von Berlin aus auf die weite Reise nach München geschickt, um einen Entertainment-Star zu interviewen. Das Interview dann frei erfunden, der Star indes schon zu Tode gekommen,

Martin Kordić erzählt mit einer beeindruckenden Leichtigkeit in  Jahre mit Martha eine fein gesponnene Liebesgeschichte, eine Familiengeschichte, es ist auch eine Art Bildungsroman,  eine Einwanderergeschichte, sowie eine Geschichte über die deutsche Klassengesellschaft. Jahre mit Martha ist ein schillernder, vielschichtiger Roman, den ich mit Begeisterung gelesen habe. (A. Mantwill)

Wir denken an die Menschen in Iran, die gegen den Gottesstaat der Mullahs protestieren. Seit dem Tod von Mahsa Jina Amini gehen immer mehr iranische Frauen auf die Straße. Sie fordern das Ende ihrer Unterdrückung, Gerechtigkeit, Freiheit und Gleichberechtigung. Dabei ist das sichtbarste Zeichen ihres Protests, dass sie ihre Haare offen tragen. Das beschreibt eindringlich ein Porträt in Golineh Atais Buch "Iran - Die Freiheit ist weiblich".

Dieses Jahr ist Spanien der Schwerpunkt auf der Frankfurter Buchmesse. In zahlreichen Übersetzungen präsentiert sich die spanische Gegenwartsliteratur. Hier haben wir eine kleine Auswahl zusammengestellt:

The Inheritance Games ist der erste Teil einer Tri

Jetzt im Taschenbuch erschienen: Mit Alexander reisen wir in seine Kindheit in den Siebzigerjahren. Es ist die Zeit der immer noch recht spießigen und muffigen Vorstädte, in diesem Fall in der Nähe Düsseldorfs. Dort lebt die Familie, der Vater hat ein wenig Wohlstand erarbeitet, der sich zum Beispiel in einer neuen maßgeschneiderten Einbauküche zeigt. Im Garten werden Insektizide gesprüht, auf dass ausschließlich das Erwünschte ordentlich wächst.