Martyna Bunda: Das Glück der kalten Jahre

Martyna Bunda erzählt eine polnische Familiengeschichte um vier Frauen, die Mutter Rozela und die ungleichen Töchter Gerta, Ilda und Truda. Die Frauen müssen die chaotischen und dramatischen Zeiten während und nach dem 2. Weltkrieg bewältigen. Auch in den nächsten Jahrzehnten bleiben die Vier miteinander verbunden. Jede der Frauen hat abwechselnd ihre Stimme, wir sehen durch die jeweiligen Perspektiven, was die alltäglichen Anforderungen ihnen abverlangen.
Rozelas Mann verunglückte 1932 tödlich auf einer Baustelle. „Von der staatlichen Entschädigung baut sie für sich und die drei Töchter ein Steinhaus mit Doppelfenstern, im kaschubischen Dorf eine Sensation. Dort überstehen sie die Schrecken des Krieges. Als die sowjetische Armee gen Westen zieht, bietet das Haus keinen Schutz mehr. Im Keller versteckt, muss Gerta, die älteste, mit anhören, wie ihre Mutter von Soldaten vergewaltigt wird.
Aber die Maxime der Mutter lautete stets: Kopf oben behalten, egal was passiert. Dies beherzigen auch die Töchter, allen voran die leidenschaftliche, lebenshungrige Truda, Sachbearbeiterin im Schifffahrtsamt, deren Mann für Jahre im Gefängnis des Geheimdiensts verschwindet. Ilda, Motorradfahrerin, arbeitet in der Umsiedlungsbehörde und liiert sich spät - mit einem Bildhauer, der ihr seine Ehe mit einer Deutschen verschweigt.“ Verlagstext
Die wechselnden Erzählperspektiven und die Rückblenden machen die Erzählung sehr lebendig. Der heitere Ton des Romans zieht in die Geschichte hinein und lässt ihn zu einer unterhaltsamen Lektüre werden. (A. Mantwill)

 


Bibliographie
Tipp
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Das Glück der kalten Jahre
Martyna Bunda
Das Glück der kalten Jahre
Roman
EAN: 978-3-518-42887-0
Ob ihr Mann das Meer gesehen hat, bevor er 1932 auf der Großbaustelle der Hafenstadt Gdingen tödlich verunglückte, wird Rozela nie erfahren. Von der staatlichen Entschädigung baut sie für sich und die drei Töchter ein Steinhaus mit Doppelfenstern, im kaschubischen Dorf eine Sensation. Dort überstehen sie die Schrecken des Krieges. Als die sowjetische Armee gen Westen zieht, bietet das Haus keinen Schutz mehr. Im Keller versteckt, muss Gerta, die älteste, mit anhören, wie ihre Mutter von Soldaten vergewaltigt wird. Aber die Maxime der Mutter lautete stets: Kopf oben behalten, egal was passiert. Dies beherzigen auch die Töchter, allen voran die leidenschaftliche, lebenshungrige Truda, Sachbearbeiterin im Schifffahrtsamt, deren Mann für Jahre im Gefängnis des Geheimdiensts verschwindet. Ilda, Motorradfahrerin, arbeitet in der Umsiedlungsbehörde und liiert sich spät - mit einem Bildhauer, der ihr seine Ehe mit einer Deutschen verschweigt. Trotz gelegentlicher Ausbrüche, Zerwürfnisse, Trennungen sind Mutter und Töchter in entscheidenden Momenten füreinander da - vier starke Frauen, die in widrigen Zeiten wie Pech und Schwefel zusammenhalten. Martyna Bunda beherrscht die Kunst, uns die Dinge mit den Augen der Figuren sehen zu lassen. In ihrem aufsehenerregenden Debüt gelingt es ihr, eine weibliche Familiensaga zu erzählen, deren Größe aus dem vermeintlich Kleinen und Alltäglichen erwächst. Naturgemäß kommt die Weltgeschichte nur in Nebensätzen vor, während das Wiedererwachen eingefrorener Gefühle in unvergesslichen Szenen festgehalten ist.

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