Adriana Altaras: Besser allein als in schlechter Gesellschaft

Als Adriana Altaras vier Jahre alt ist, muss ihre Familie aus Zagreb, dem heutigen Kroatien, fliehen. Das Mädchen wird fortan von ihrer Tante, nun zweite Mutter, im norditalienischen Mantua großgezogen. Diese würdevolle Frau, die ein Alter von 101 Jahren erreichen wird, gutes Essen und den Luxus liebt, steht dem Leben doch pragmatisch gegenüber. Sie hat immerhin die spanische Grippe, den Holocaust und ihre Schwiegermutter überlebt.
Was Adriana Altaras zu diesem Buch antrieb waren vor allem Fragen des Älterwerdens: „Wie geht man damit um, dass die Verwandten weggehen? Und dass sie so merkwürdig werden die letzten Jahre?“. Zum anderen schreibt sie gerne Holocaustgeschichten um zu erinnern: „Ich weiß nicht wie viele das freiwillig kaufen würden. Wenn man das aber gut verpackt und das keiner merkt und es ist heiter, dann kann ich meine Geschichten trotzdem loswerden.“
Das Ergebnis ist ein temporeicher, witziger, größtenteils biografischer Dialog zweier Frauen, die bis zuletzt in Kontakt bleiben. Gut tut die fürsorgliche Zuneigung, die man zwischen den Zeilen herausliest, welche die beiden Frauen füreinander empfinden. Es macht Spaß zu lesen, wie es Altaras gelingt, den ernsthaften Themen mit Leichtigkeit, schöner Melancholie und Humor zu begegnen. Ein Buch das Lust aufs Leben macht! (Henni Pfaffmann)

 


Bibliographie
Tipp
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Besser allein als in schlechter Gesellschaft
Adriana Altaras
Besser allein als in schlechter Gesellschaft
Meine eigensinnige Tante
EAN: 978-3-462-00424-3
Adriana Altaras erzählt von ihrer Tante, der schönen Teta Jele. Von einer Frau, die 101 Jahre alt wurde, die spanische Grippe, das KZ und ihre norditalienische Schwiegermutter überlebte. Von einer so liebevollen wie eigensinnigen Beziehung. Und davon, wie man lernt, das Leben anzunehmen. Als ihre Eltern aus Zagreb fliehen müssen, kommt Adriana mit vier Jahren zu ihrer Tante nach Italien. Dorthin wird sie ihr Leben lang zurückkehren. Als Jugendliche in den Sommerferien, mit ihrer gesamten Abiklasse - und mit all ihren Liebhabern, die Tantchens aristokratischem Blick standhalten müssen. Und auch als Adrianas Mann sie nach dreißig Jahren Ehe verlässt, ist es ihre 98-jährige Tante, die ihr am Gardasee mit jeder Menge Pasta, pragmatischen Ratschlägen und Barbesuchen zur Seite steht. Ausgerechnet Teta Jeles hundertsten Geburtstag können sie nicht miteinander feiern. Adrianas Tante ist im Pflegeheim, wegen der Pandemie darf sie keinen Besuch empfangen. Umso häufiger telefonieren die beiden miteinander. Und lassen dabei Jeles Jahrhundertleben Revue passieren. Die Kindheits- und Jugendjahre in Zagreb, die Rettung durch Giorgio, der die Tante nach Mantua brachte und den sie nur aus Dankbarkeit heiratete. Die Liebe zu Fritz Epstein, der rechtzeitig nach Australien floh. Den Umgang mit dem Altwerden und der eigenen Geschichte inmitten des Weltgeschehens. Adriana Altaras entwirft ein zartes, bewegendes und zugleich irre komisches Porträt einer wunderbar kapriziösen Frau. Ein tröstliches, ein inniges Buch, das erzählt, wie man das Leben annehmen und wie man es loslassen kann.

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22,00 €
Kategorie
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