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Ein amerikanisches Ehepaar liegt tot in seiner Wohnung, brutal erschlagen in einer Villa im Hamburger Problemstadtteil Wilhelmsburg.
Chastity Riley stürzt sich mit ihrem Team in die Ermittlungen und gerät in einen undurchdringlichen Sumpf aus Immobilienhaien, verstockten Baubehörden und Gentrifizierung. Waren die Tuckers die letzten störenden Mieter*innen, die endgültig verschwinden sollten?
Die Autorin lässt mich den Kiez spüren, den bleigrauen Nebel, das pulsierende Rotlicht, die schmeichelnde Melancholie, die nur ein Novembertag auf St. Pauli haben kann.
Chas Riley ist eine Protagonistin, die aus jedem Rahmen fällt – rauchend, trinkend, mit ihrer derben Heiterkeit, ihrem unbedingten Gerechtigkeitssinn und ihrer tiefen Liebe zu ihrer Stadt. Sie verpasst kein St. Pauli-Spiel. Von ihrem Team wird sie respektvoll „Chef“ genannt, sie hat einen amerikanischen Vater, pflegt eine schnodderige, mit amerikanischem Slang versetzte Sprache und eine On-Off-Liebelei mit dem Kleinkriminellen Klatsche.
All das wird nicht plakativ abgehandelt, sondern ungeschönt real in eine Handlung eingeflochten, die einen nicht mehr loslässt. Für mich ist diese Reihe ein nonkonformistisches Lesevergnügen, abseits der eingetretenen Krimi-Pfade sozialkritisch, echt und mit Charakteren, die mir ans Herz gewachsen sind. (S. Hoeller)



