Gaea Schoeters: Das Geschenk

Als der botswanische Präsident Masisi im April 2024 Deutschland 20.000 Elefanten schenken möchte, wissen wohl alle, dass dies als eine Provokation zu verstehen ist, um auf ein ernstes Problem seines Landes aufmerksam zu machen. Gaea Schoeters lässt dieses Vorhaben in Das Geschenk jedoch wahr werden. Eines Tages tauchen in und um Berlin wie aus dem Nichts Elefanten auf, sie baden in der Spree oder trappen durch die Seenlandschaft Mecklenburgs.
Der botswanische Präsident beglückwünscht Deutschland zu seinen neuen Wildtieren und auf die Frage hin, wie er das gemacht habe, lächelt er nur und raunt „magic“. Fortan begleiten wir den Bundeskanzler Hans Christian Winkler bei der unfassbaren Herausforderung, ein Zusammenleben mit den Elefanten in Deutschland zu ermöglichen – und dabei unbeschadet an der Macht zu bleiben.
Für mich hat dieser Roman verschiedene Thematiken ans Licht gebracht. Wie viel Nähe verträgt das Zusammenleben zwischen wilden Tieren und Menschen (Gruß an die Wildschweine in Saarbrücker Gärten)? Und welche Konsequenzen zieht der Mensch daraus? Soll ich mir als Deutsche anmaßen, Botswana zu belehren, wie es mit „seinen“ Elefanten umzugehen hat? Ist es fair, ohne ausreichende Gegenleistung von einem anderen Kontinent die Erhaltung riesiger Naturschutzgebiete zu verlangen? Zumal ich mir – bis zu diesem Roman – noch nie vorgestellt habe, wie herausfordernd es wohl wäre, meinen Alltag mit Elefanten in der Nachbarschaft zu führen. (H. Pfaffmann)


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