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Lola Randl: Angsttier

In ihrem ersten, 2019 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichneten Roman „Der große Garten“ blickte Lola Randl bereits sehr skeptisch auf die zivilisationsmüde Horde junger Akademiker, die irgendwann in den 90igern von Berlin aus das neudeutsche Umland zu besiedeln begann. Auf der Suche nach dem Garten Eden, oder doch jedenfalls neuem Sinn in vermeintlich unberührter Natur.
In „Angsttier“ verschärft sie noch einmal den Ton und legt eine veritable Gruselgeschichte vor, die dem Leser innerhalb eines Nachmittags jede Lust vertreiben kann, jemals wieder einen positiven Gedanken an das Leben auf dem Lande zu verschwenden.
Jedes Haus hat eben einen Vorbesitzer und näher oder weiter entfernt lauert schon die Nachbarschaft. Aber das Dilemma beginnt schon früher. Nicht lange, nachdem sich Friedel und Jakob in der Soziologie-Bibliothek ihrer Berliner Uni über den Weg gelaufen sind, werden Pläne geschmiedet; die Stadt zu verlassen, die Gründung einer Familie.
Dies gelingt dank Friedel, die sich als sehr zielgerichtet agierender Mensch erweist, doch Jakob scheint nach einer ersten Demütigung dazu verurteilt zu sein, in einem fortwährenden Alptraum zu leben, wird besessen vom Angsttier (das übrigens hier keinesfalls genauer beschrieben werden soll; doch ihre Kinder, so die Autorin, haben es gleich erkannt).  
Der Abdruck der Teufelstatze an der Friedhofsmauer, die Legende vom sprechenden Pferdekopf, das Düster-Farblose, wenn einmal durchbrochen dann blutrot, Randl zieht so einige Register des Horrorgenres. Und wenn es dann zu gruselig wird, oder auch albern, lese man diesen kurzweiligen  Roman als sehr gegenwärtige Sozialsatire. (F. Peters)

Roman
Einband: gebundenes Buch
EAN: 9783751800600
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Kategorie: Belletristik