Donal Ryan: Die Sache mit dem Dezember

Johnsey Cunliffe lebt mit seinen Eltern in seinem kleinen irischen Heimatort. Der Vater, Farmer, kümmert sich zärtlich um seinen Sohn. Leider stirbt er früh und bald darauf auch seine Mutter. Nun bleibt er alleine, einsam und trauernd auf der Farm zurück. Johnsey ist im Ort ein Außenseiter, er wird – bis auf wenige Ausnahmen – wie ein Dorfdepp behandelt. Man nimmt ihn nicht für voll und schlimmer noch, er wird von Kindesbeinen an von anderen Jungs aus dem Ort gemobbt und malträtiert. Von seinem Äußeren her ist er auffällig füllig, wirkt tumb, da er kaum spricht und wenn, dann nuschelt er und äußert sich langsam – langsam ist er auch im Denken. Nach außen hin ist Johnsey wortkarg und still, aber in seinem Kopf ist es alles andere als still, da er sich viele Gedanken um alles macht. Er ist ein gutmütiger junger Mann, mit dem Herzen auf dem rechten Fleck. Er erduldet alle Widrigkeiten und Quälereien ohne was zu sagen. Doch er kann nicht in Ruhe auf dem Hof leben, sondern wird von Nachbarn bedrängt, endlich seine Zustimmung zum Verkauf des Grund und Bodens zu geben. Denn die Farm ist das Kernstück eines riesigen Bauprojekts, das den Bewohnern Reichtum bringen soll. Alle haben schon verkauft, aber Johnsey will auf keinen Fall verkaufen. Der Druck nimmt zu und Ereignisse kommen in Gang, deren Auswirkungen kaum mehr aufzuhalten sind.
Donal Ryan hat eine berührende Geschichte geschrieben, mit viel Wortwitz und liebevollem und zugleich glasklarem Blick auf die unterschiedlichen – oft schrägen – Figuren. Ein lesenswerter Roman um Geldgier und Missgunst, um Außenseitertum und Toleranz. (A.Mantwill)

Ryan, Donal
Diogenes Verlag AG
ISBN/EAN: 9783257243789
12,00 € (inkl. MwSt.)